Rezension: „Digitale Medien im Unterricht mit iLife, iWork, iTunes und Apple – Technologie“


Ein Computerbuch für Lehrer – und dann auch noch für Apple-Benutzer; zunächst einmal war ich da skeptisch, als ich das Probeexemplar im Briefkasten hatte. Meine bisherigen Lieblingscomputerbücher für den Unterricht (allen voran das schon klassische Computer-Ideen für den Englischunterricht) sind allesamt schon leicht angegraut, haben zumeist Windows-Nutzer als Zielgruppe und wenden sich überhaupt selten an erfahrenere Anwender. Offensichtlich ist es offensichtlich Zeit für neue Lektüre. Der Mandl & Schwarz-Verlag bemüht sich, da Abhilfe zu schaffen.

„Mac Education“ von Uwe Nerger beschreibt auf über 300 Seiten wesentliche Grundlagen der Verwendung von MacOs-Programmen im Unterricht.
Gegliedert ist das Buch in Projekte – praxisnah wird geschildert, welche Software wie eingesetzt werden kann. Schon am Titel wird klar: Das Werk richtet sich an Lehrkräfte, die mit MacOs arbeiten – idealerweise im vollausgerüsteten Computerraum oder auch als MacOs- Notebook- Set für die ganze Klasse. Möglichst noch ein Whiteboard im Klassenzimmer, um jeden Schritt nachvollziehbar vorführen zu können.

Voraussetzungen, die sicher (noch?) nicht an jeder Schule gegeben sind. Sicher – auch mit passend ausgewählter Windows-Software lassen sich die Ideen des Buchs grundsätzlich umsetzen. Aber gerade der Vorteil des Buchs, dass es konkrete Schritt-für-Schritt-Beschreibungen für Projekte bietet, wird in einem Windows-PC-Raum ungenutzt verpuffen.

Letztlich kommen fast alle Produkte aus dem iLife- und dem iWork-Paket in verschiedenen Projekten zum Einsatz; Film-Clips, Präsentationen, Projektberichte, Audiospuren etc. sind Produkte der Projekte, die inetwa ab der siebten Klasse ohne allzu viel Lehreraufwand durchführbar sein dürften. In jüngeren Klassen dürfte zum einen der Anspruch der vorgeschlagenen Lerninhalte – die der Autor aber selbst als lediglich exemplarisch deklariert -, zum anderen auch der Anspruch an die technischen Fähigkeiten der Schüler viel Unterstützung durch den Lehrer notwendig machen.
Viel zu lesen und zu lernen gibt es jedenfalls in diesem Buch; an zahlreichen Stellen gibt der Autor Anregungen zum Weiterarbeiten und Weiterentwickeln, so dass die Projekte für die jeweilige Lerngruppe und das jeweils unterrichtete Fach angepasst werden können. Sicher denke nicht nur ich hier an den bilingualen Sachfachunterricht – hier tun sich sehr schnell praktische Möglichkeiten des Computereinsatzes auf, die mit Hilfe der in diese Buch aufgeführten Methoden einfach umgesetzt werden können: Daten gewinnen, ordnen, präsentieren
Auch an Grundsätzliches denkt der Autor: Dokumententypen, Austausch zwischen Windows- und Mac-Nutzern und Aspekte der Schulverwaltung werden ebenso angeschnitten wie das Schreiben von Serienbriefen und Grundlagen der Vernetzung.
Hier schreibt ein Überzeugungstäter, das merkt man an jeder Seite, an jeder farbigen Illustration und an jedem Verweis auf weitere Fachbücher.
Lesenswert ist das Buch wegen seines herausragenden Layouts, wegen der technischen Kenntnisse des Autors und nicht zuletzt wegen der sinnvollen Vorschläge zum Computereinsatz im Unterricht. Hierbei erhebt das Werk keinen Anspruch auf Vollständigkeit – gerade im modernen Fremdsprachenunterricht wesentliche und erfolgreich einsetzbare Bereiche des E-Mail-Austauschs, der Videotelefonie (etwa über Skype), des Textchats oder auch der Erstellung von Webseiten oder gar Blogs werden nicht abgedeckt.
Dafür braucht der multimedial interessierte Englischlehrer dann doch weitere Informationsquellen, ebenso wie zu den vielen neuen Möglichkeiten, die das Web 2.0 im Unterricht bieten kann.

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