Schule strengt an. Für alle Beteiligten – für Lehrer wie für Schüler – ist das nichts überwältigend Neues. Aber, mal so unter uns: Jede andere Tätigkeit istnauch anstrengend, und trotzdem wird der Jahresurlaub nicht so sehr herbeigesehnt. Es gilt also, an den Bedingungsfaktoren für Stress anzusetzen, diese zu erkennen und die Belastung in der unmittelbaren Vorferienzeit zu senken.

1.) Zeugnisse. Zeugnisse schreiben, Noten berechnen, Elterngespräche. Alles einzeln belastend, in der Summe in der Zeit vor Ferien bedrückend. Große Teile davon kann man über mehrere Wochen verteilen.

2.) Konferenzen. Ein Faktor, an dem Lehrer erstmal wenig ändern können. Lehrerkonferenzen zum Halbjahr müssen sein, dauern auch mal länger. Leerzeiten vor und zwischen Konferenzen sind Freizeit – nicht heimlich und uneffizient irgendetwas „anarbeiten“, lieber bewusst entspannen.

3.) Die letzten Noten. Mit viel Vorplanung fallen auch mögliche Problemquellen und Reibungspunkte auf, wie etwa wegfahrende Klassen, oder angesetzte Testtermine knapp vor dem Zeugnis. Zur Planung kann ein guter Schuljahresplaner tolle Dienste leisten – oder auch die Kombination von Outlook und iPad.

4.) Neue Schüler in der Klasse. Gerade zum Halbjahr kommen gern ein paar Neue, wenigstens an die Realschule. Die Grundversorgung mit Büchern und warmen Wünschen übernimmt erstmal der Klassleiter, dann kann man weitersehen. Wichtig: Schnell in den Klassen-Geburtstagskalender eintragen, sozial integrieren durch Tafeldienst, wechselnde Gruppenarbeit und so.

5.) Leerlauf, weil gerade keine Tests geschrieben werden. Leerlauf strengt an, kann aber auch fruchtbar sein: Projekte können angestoßen werden, neue Unterrichtsmaterialien erprobt werden, und das Halbjahr in Zusammenschauen wiederholt werden. Wie wäre es etwa mit einer Wandzeitung im Klassenzimmer zu netten Erlebnissen – oder auch nur zum Stoff des ersten Halbjahrs?

6.) Müde Schüler. Nachdem die Kids in weiten Teilen das Verhalten der Lehrer spiegeln, kommt hier das Phänomen der self-fulfilling prophecy zum Tragen. Also: Wer erschöpfte Schüler erwartet, bekommt sie auch.

Wie auch immer: Gute Erholung in den nächsten Ferien!