Erste Schritte mit dem interaktiven Whiteboard

1.) Gerät ansehen, Kaffee holen. Gerät nochmal ansehen. Eine Einweisung ist sicher passiert, beim Einweisenden hat alles eigentlich ganz okay ausgesehen. Einen Erstkontakt mit dem interaktiven Whiteboard hat der geneigte Pädagoge auch schon überlebt, irgendwelche Strichmännchen gemalt, oder den einen oder anderen Kreis.
Vor der ersten Stunde ist trotzdem eine Runde “Trockenschwimmen” nicht verkehrt; nachmittags ist die elektronische Tafel sicher für eine oder zwei Stunden zugänglich.

Nichts ist  letztlich ärgerlicher, als wenn während des Unterrichts die Technik versagt. Wie die Familienkutsche vor der Fahrt nach Kroatien muss hier also auch einmal das ganze Ding inspiziert werden. Gut, Sie kontrollieren nicht, ob der Ölstand okay ist und ob das Bremslicht leuchtet. Aber so ähnlich:

  • Sind die Whiteboardstifte da?

  • Sind alle Kabel am Laptop fest angeschlossen? Durch Herumschieben oder experimentierfreudige Kollegen kann leicht mal ein Kabel halb in einer Buchse stecken. Die Folgen sind unerfreulich – komische Farben, kein Ton, der Mauszeiger reagiert nicht. Besser einmal zu oft nachsehen.

  • Wissen Sie, wo die Geräte an- und ausgeschaltet werden?

2.) Geräte einschalten. Die richtigere Reihenfolge ist: erst den Beamer, dann den angeschlossenen Laptop/Computer einschalten. Sollte ein angeschlossenes Audiosystem auch Strom brauchen – auch anschalten, eigentlich egal wann. Wenn Sie es vor dem Laptop einschalten, könnte es beim Laptop-Start einmal knacken und dann der Windows-Startton richtig laut abgespielt werden.

3.) Am Laptop / PC anmelden, falls erforderlich, dann die Whiteboardsoftware starten. Ab jetzt wird es je nach Hersteller etwas anders, gemeinsam haben sie aber alle:

  • eine Werkzeugleiste mit einem stiftartigen Symbol.

  • auf derselben Leiste eine Art Radiergummi.

  • irgendwo ein Menu zum Speichern.

4.) Unterrichten. Für die ersten Versuche mit dem Wunderdings reichen diese Funktionen vollkommen. Verwenden Sie das Whiteboard wie eine etwas störrische Tafel. Schreiben Sie Wichtiges auf, wischen Sie Falsches weg. Lassen Sie Schüler an das Gerät – es soll doch interaktiv sein. Um multimedial etwas anzugeben, und damit das teure Dings auch tatsächlich schon in der ersten Unterrichtsstunde etwas zur Veranschaulichung beiträgt, betten Sie ein oder zwei Medienbeispiele in den Unterricht ein. Youtube-Videos, eventuell das Programm lensmandree (Download: Whiteboard-Software lensmandee) mit einem schönen Bild oder ein Prezi.

5.) Sichern. Am Stundenende speichern Sie ihr Tafelbild, sinnvollerweise auf einem USB-Stick. In der nächsten Stunde können Sie an der Stelle fortfahren, an der Sie gerade aufgehört haben.

10 KOMMENTARE

  1. Super, das muss ich mir ausdrucken, laminieren! und neben das Whiteboard hängen. Vielleicht benutze ich es dann endlich mal für mehr als Filmgucken 😉

    • Filme sind doch schon ein toller Anfang. Wenn Filme gehen, funktioniert doch die ganze Technik inkl. Ton schonmal, dann kann doch eigentlich sonst auch nichts schiefgehen. Jetzt noch irgendwelche netten Rumschiebeübungen? Ich habe mit einer Grundschulkollegin gesprochen, die war zunächst sehr skeptisch; wenig später dann aber richtig begeistert, weil die Whiteboard-Software automatisch von Lehrerschrift in Ideal-Standard-Schreibschrift umwandelt (Handschrifterkennung, Ausgabe in Grundschulschrift). Vermutlich auch nicht ganz das, was die Whiteboard-Softwaremacher im Kopf hatten, als sie sich das Handschrifterkennungs-Feature ausgedacht haben.

  2. 5.) Sichern. Am Stundenende speichern Sie ihr Tafelbild, sinnvollerweise auf einem USB-Stick. In der nächsten Stunde können Sie an der Stelle fortfahren, an der Sie gerade aufgehört haben.

    … und stellen Sie es anschließend online!!! Gott, wie sehr hätte ich mir sowas in meiner Schulzeit gewünscht!

    • Ganz klar – der pdf-Export ist ein sehr mächtiges Feature bei den Whiteboard-Programmen. In Verbindung mit einer Klassen-, Fach- oder Kurshomepage können so tatsächlich allen Schülern Ergebnisse des Unterrichts (oder wenigstens das elektronische Tafelbild) zur Verfügung gestellt werden. Das ist auf viele Arten praktisch,

  3. Danke für den kleinen Leitfaden! Ich bin heute um mein Schulgebäude geschlichen, um zu sehen, ob es offen ist – war es leider nicht. Nun weiß ich nicht, ob das Board schon angebaut ist – soll es aber. Da muss ich mich also noch in Geduld üben … und dann kann ich die Stecker prüfen und die Geräte in der empfohlenen Reihenfolge anschalten und …. mal sehen, was sich so alles tun lässt 🙂

    @Frau Weh: Woran erkennt man eine Grundschullehrerin beim Einkauf?
    – – – – – – – – – – am laminierten Einkaufszettel *grins*

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