Interaktive Whiteboards im Unterrichtsalltag

„Mach’mer heut wieder das mit dem Whiteboard?“ – Diese Frage kam häufig auf im Englischunterricht einiger Klassen, nachdem dort die ersten Unterrichtseinheiten mit der neuen Technik erfolgt waren. Schnell wurde klar: gut genutzte moderne Medien motivieren.

Stets auf dem aktuellsten Stand der Didaktik und Methodik sein, alle Schülerinnen und Schüler unter Einbeziehung modernster Medien fördern – ein Anspruch, dem unsere Schule jeden Tag aufs Neue gerecht werden will. Eins ist klar: Unsere Schüler sind digital natives, Eingeborene des Computerzeitalters. Mediennutzung ist ihr tägliches Brot, die Medien entwickeln sich stets weiter.

Im Bereich der Referendarsausbildung im Fach Englisch werden deswegen Möglichkeiten des Einsatzes interaktiver Whiteboards im Unterrichtsalltag erprobt. Verschiedene Lernsoftware wie auch unterschiedliche Webangebote, von Google Streetview bis hin zu speziell aufbereiteten Webseiten zum Üben und Wiederholen von grammatischen Strukturen finden so Eingang in die Klassenzimmer. Eine Übung zum Thema „What’s the time?“ wird vielschichtiger und erhält noch zusätzlichen landeskundlichen Nutzen, wenn sie anhand von  Bildern des Uhrturms des Londoner Palace of Westminster (im Volksmund Big Ben) durchgeführt wird. Interaktion wird möglich, wenn Schüler selbst Hand anlegen dürfen, mit schnellen Handbewegungen in Shakespeare-Sonetten Stilmittel anstreichen oder sich als Montagsmaler betätigen. Die Schulbuchtexte werden zum Leben erweckt, wenn den Inhalten auf den Grund gegangen wird: Wo lebt die Schulbuchfamilie? Wie sieht die Schule dort aus? Wie geht es den Personen aus den Lehrwerktexten jetzt? Die Antworten auf viele dieser Fragen werden im Englischunterricht online – mithilfe der digitalen Tafel gefunden. Per E-Mail geschickte Hausaufgaben können schnell im Klassenverband korrigiert werden, elektronische Brieffreundschaften werden gefplegt,  und natürlich wird auch über lustige Internetvideos gelacht.

Hierzu wird eine kostengünstige Lösung verwendet, die aus einem Nintendo-Wii-Spielsteuerungsgerät, einem Laptop mit Bluetooth-Adapter sowie einem Beamer besteht. Für die technisch Interessierten: der handelsübliche Wii-Controller wird auf die Projektionsfläche des Beamers hin ausgerichtet. Die Position jeder dort erscheinenden Infrarotlichtquelle wird per Bluetooth-Funkübertragung an den Laptop gemeldet, der dies wiederum in eine Mauszeigerposition umrechnet.

Als Infrarotlichtquelle dienen sogenannte IR-Pens, also stiftförmige Zeigegeräte mit einem Schalter und einer Infrarot-Leuchtdiode.

Im Ergebnis erfüllt dieser Geräteaufbau dieselbe Funktion wie ein handelsübliches interaktives Whiteboard, zeigt sich jedoch selbstverständlich als aufwendiger im Auf- und Abbau als ein festinstalliertes Gerät. Die Zukunft mit kreidelosen Klassenzimmern hat begonnen.

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