Es geistert noch immer durch die Zeitungen und wird von Bildungsmachern entweder gelobt oder verschwiegen: John Hatties „Lernen sichtbar machen“ (hier in der deutschen Übersetzung).

Sowie bei jeder Wissenschaft, die menschliches Verhalten beschreibt, gibt es auch zu diesem Buch zwei Seiten: Die helle Seite der Macht – und eben die dunkle. In Kommunikationsbüchern wird beschrieben, wie Kommunikation funktioniert; mit diesem Wissen kann man ab auch gezielt Gespräche umleiten. In Autoreparaturanleitungen steht, wo die Zündkabel verelaufen und wie man ein Zündschloss austauscht; dieses Wissen kann auch einem Autodieb nützlich werden…

Und in Hatties Buch steht, wie Schule erfolgreich Wissen vermittelt, indem unter anderem ein angst- und vorurteilsfreier Raum geschaffen wird. Oder eben … Nicht.

Die dunkle Seite zu Hattie: So erzeuge ich Prüfungsangst

(zum Nichtmachen)

1.) Multiple-Choice-Tests mit der Antwort „keines der angegebenen“

2.) Verzerrte Bilder in Tests

3.) Sachfremde Informationen in Textaufgaben

Die ersten beiden Punkte kann ich gut nachvollziehen; beim dritten Punkt bin ich mir nicht ganz so sicher: Ist eine Textaufgabe mit Zusatzinformationen nicht eigentlich realitätsnäher? Selbstverständlich ist sie schwieriger – eben weil eine grössere Textdurchdringung, ein echtes Leseverständnis gemeinsam mit einem Gutteil Weltwissen gefordert wird.