Soziale Medien in der Schule

Jürgen soll Fahrradfahren lernen. Seine Eltern kaufen ihm ein Fahrrad mit Stützen, einen Helm, und suchen eine ungefährliche, gerade Strecke aus. Vielleicht einen Spielplatz, ein selten befahrene Seitenstraße oder eine längere Garagenauffahrt. Spielerisch macht Jürgen die ersten Fahrversuche, er entwickelt ein Gefühl für die Gefahr, fällt auch mal hin und holt sich ein paar blaue Flecken. Schlimmeres kann ihm nicht passieren, dafür ist gesorgt: Kein Abhang, kein Straßenverkehr. Jürgen beginnt auch nicht auf einem Riesen-Fahrrad mit 21-Gang-Schaltung, sondern auf einem freundlichen Kinderrad.

Es sagt und schreibt sich ja so schnell: Medienoffensive. Web-Führerschein. Facebook-Seminar.

Kinder sollen, so der Gedanke, in sicherer Umgebung Fertigkeiten entwickeln, die sie dann in freier Wildbahn nutzen können. Wie beim Fahrradfahren, so soll es auch bei sozialen Medien gehen.

Erfolgreiche private Anbieter gibt es in diesem Feld wenige; geringen möglichen Einnahmen stehen hohe technische Hürden gegenüber. Gut wäre hier ein System, mit dem soziale Netzwerke ausprobiert werden können, ohne dass Dritte dazukommen. Unter – ja, das halte ich für die ersten Versuche für wichtig – unter Aufsicht.

Ideal für die Englischlehrer wäre es noch, wenn in diesem didaktisierten sozialen Netzwerk die Schüler nur Englisch schreiben würden. Hausaufgaben und Lerntipps könnten ausgetauscht werden, nette Grammatik-Animationen weiterempfohlen werden, und vielleicht könnten auch ein paar Termine verwaltet werden. Facebook ohne Werbung. Und ohne die Öffentlichkeit. Nur für eine einzige Lernergruppe, die sich darin austauscht, um zu üben, wie das so funktioniert. Das Diskutieren in sozialen Netzwerken. Das Posten, das Kommentieren und das Zusammenarbeiten in sozialen Medien.

Stay tuned.

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