Trivialisierung

Machmal sitze ich gern rum; vor 100 Jahren galt aus-dem-Fenster-Schauen noch als Hobby. Kann ich gut verstehen, gerade jetzt, am Ende eines sehr anstrengenden Schuljahres. Dem Schuljahr ist es egal, wie ich es gefunden habe, es hört auch einfach so auf. Une ein neues kommt und wirft sein Schatten voraus.

Der Lehrerkalender für das neue Schuljahr ist gekommen – und ich hab zum dritten Mal in Folge denselben bestellt. Irgendwie wird er jedes Jahr teurer, jetzt liegt er bei über 20 Euro:

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Er ist blau, und er hat diese neckischen Aufkleber, mit denen man einen verregneten Sommernachmittag lang den ganzen Kalender bekleben kann: Konferenz. Elternabend. Schulaufgabe. Wichtig.  Termin. … Klar, irgendwie prokrastiniert man, aber man kann‘s auch als Arbeitszeit verbuchen. Oder irgendwas dazwischen, wobei dieses Dazwischen von etlichen Autoren ja als besonders schädlich angesehen wird. Entgrenzung, rufen sie. Niemals frei. Immer mit den Gedanken bei der Arbeit. 

Die Wahrheit ist irgendwo dazwischen. Kreatives Arbeiten, Ideen finden, bereits getroffene Entscheidungen abwägen und tatsächlich aus der Ex-Post-Betrachtung etwas zu lernen versuchen. Nachdenken also – das ist Arbeit, die einen auch einfach mal so am Frühstückstisch überfallen kann. Oder Sonntagnachmittags, beim Einkleben von putzigen Aufklebern in einen Kalender.

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